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Deutsch · 15. Oktober 2026 · 3 Min. Lesezeit

Live-Sonar verboten: Was das Verbot bei der Predator Tour 2027 für das Turnierangeln bedeutet

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Live-Sonar Verbot

Als die Predator Tour ankündigte, dass Live-Sonar bei der Ausgabe 2027 in den Niederlanden nicht mehr erlaubt sein wird, reagierte die Anglerwelt blitzschnell. Die Meinungen gingen in alle Richtungen. Doch eine Zahl sagt viel aus: Nach der Ankündigung war das Turnier in Rekordzeit ausgebucht. Was auch immer man von der Regel hält, die Angler wollen eindeutig trotzdem dabei sein.

Was die Veranstalter angekündigt haben. Live-Sonar Verbot.

Die Predator Tour erklärt, dass die Ausgabe 2027 zu klassischen, traditionellen Angelmethoden zurückkehrt. Die Veranstalter betonen ausdrücklich, dass sie nichts gegen Live-Sonar an sich haben. Ihr Argument: Der Abstand zwischen Anglern mit Live-Sonar und Anglern, die traditionell fischen, sei zu groß geworden, sodass beide kaum noch auf Augenhöhe konkurrieren können.

Die Regel steht bereits im Reglement 2027, und jedes Team muss ihr bei der Anmeldung zustimmen. In einem weiteren Beitrag teilten die Veranstalter mit, dass alle angemeldeten Teams genau erfahren, wie das Verbot technisch umgesetzt wird. Dabei greifen sie auf die Erfahrungen der Predator Tour Schweden zurück, die bereits ohne Live-Sonar durchgeführt wird. Außerdem betonen sie, dass man Live-Sonar an jedem anderen Tag des Jahres nutzen kann. Verboten ist es nur an den drei Wettkampftagen.

Warum jetzt? Das weiß niemand sicher

In der Community gibt es eine Theorie: Ein bestimmtes Anglerduo, das in den letzten Jahren stark auf Live-Technologie setzte, habe das Turnier mit großem Vorsprung gewonnen, und das habe die Änderung ausgelöst. Das ist nicht bestätigt. Die Veranstalter haben das nicht gesagt, und der öffentlich genannte Grund ist die Chancengleichheit zwischen den Methoden, nicht ein einzelnes Team. Es könnte ein Faktor unter mehreren sein, oder es hat gar nichts damit zu tun. Solange die Veranstalter nichts weiter sagen, bleibt es Spekulation.

Eine gespaltene Community

Die Kommentare unter der Ankündigung erzählen die ganze Geschichte.

Die Kritiker nennen das Verbot einen Schritt zurück. Ihr Hauptargument: Moderne Technik steht allen zur Verfügung, und das Angeln hat sich schon immer weiterentwickelt. Manche fürchten eine schiefe Ebene: Wenn Live-Sonar verschwindet, was kommt dann? Eine Obergrenze für die Motorleistung, eine maximale Bildschirmgröße, eine Höchstzahl an Displays an Bord? Andere wiesen darauf hin, dass auch Sonar, GPS und Elektromotoren moderne Technik sind, und fragten, wo genau die Grenze gezogen werden soll.

Die Befürworter begrüßten die Entscheidung, und laut den Veranstaltern wurde sie insgesamt sehr positiv aufgenommen. Viele sehen darin eine Rückbesinnung auf Fischkenntnis, Gewässerkunde und das Lesen des Wassers.

Praktische Fragen kamen ebenfalls auf. Wie lässt sich das kontrollieren, wenn viele Boote Live-Sonar fest verbaut haben? Die Veranstalter sagen, die Teilnehmer erfahren, wie sie es deaktivieren können. Ein Kommentator schlug etwas so Einfaches vor wie eine abschließbare Abdeckung über dem Anschluss.

Die Veranstalter erklärten außerdem, dass sie Fragen von aktuellen und künftigen Teilnehmern beantworten, nicht aber das, was sie als unbegründete Kritik von Nicht-Teilnehmern bezeichneten. Das kam bei manchen gut an, bei anderen nicht.

Nicht die Ersten!

Die Predator Tour ist Teil eines größeren Trends, und dieselbe Debatte lief schon anderswo.

  • NPFL (US-Bassangeln) hat Live-Sonar mit Blick nach vorn ab der Saison 2025 im offiziellen Training und im Wettkampf verboten, während andere Sonararten wie 2D, Side Imaging und 360 erlaubt blieben.
  • B.A.S.S. entschied sich für Begrenzungen statt Verbot: ein Live-Schwinger pro Boot, montiert am Bug-Elektromotor.
  • Major League Fishing beschränkt die Boote auf zwei nach vorn gerichtete oder 360-Grad-Schwinger in beliebiger Kombination.
  • Bassmaster prüfte die Frage und verhängte kein Verbot. Ein Teil der Begründung waren die Einschaltquoten: Übertragungen mit Live-Sonar-Fängen waren enorm beliebt.
  • Auch im Freizeitangeln tut sich etwas. Ein Anglerforum berichtet, dass Live-Sonar seit Mitte Juni 2025 an allen Gewässern des LAV Schleswig-Holstein verboten ist, und Schweizer Behörden haben es am Vierwaldstättersee untersagt. In Minnesota untersucht eine Arbeitsgruppe der DNR, ob die Technik zu effektiv ist und ob sie noch dem Prinzip des fairen Fangs entspricht.

Ein Thema wiederholt sich überall: Die Kontrolle ist schwierig. Selbst die offiziellen Schweizer Unterlagen räumen ein, dass nicht jeder Fischereiaufseher für die Prüfung geschult ist, und Angler im Netz weisen darauf hin, dass sich ein Display in Sekunden auf eine herkömmliche Ansicht umschalten lässt.

Meine Meinung

Der eigentliche Test ist nicht die Schlagzeile, sondern die Details. Die Regel zielt auf "Live"-Technologie, und diese Grenze verschwimmt, während sich die Geräte weiterentwickeln. Klare Anweisungen vor dem ersten Wurf und eine faire Methode zur Kontrolle der Boote entscheiden darüber, ob das Verbot als gerecht empfunden wird.

Das Rekord-Ausverkauf deutet darauf hin, dass die meisten Angler die Regeln gern akzeptieren, um bei einem der bekanntesten Raubfischturniere Europas dabei zu sein. Ob das Feld ohne Live-Sonar offener wird oder ob die besten Teams einfach neue Vorteile finden, wird 2027 zeigen.

Was meinst du: Ist ein Live-Sonar-Verbot bei Turnieren die richtige Entscheidung, oder bremst es das Angeln aus? Schreib es in die Kommentare.

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